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HP Mini 210 und Jolicloud

Es liegt schon eine Weile zurück, seitdem ich den letzten Blog-Eintrag geschrieben habe. Leider ist in letzter Zeit meine selbige etwas knapp geworden um noch weiteres Prosa zu verfassen.

Seit einer Weile nutze ich nun ein HP Mini 210-1030EG Pine Trail-Netbook, mit 1 GB DDR2 Ram (667 MHz), Intel Atom N450 sowie einem 10,1″ LCD-Display mit LED-Beleuchtung und 1024×600 Pixel im reflektierenden Schminkspiegel-Style. Die konventionelle Festplatte mit 7.200 UPM und 250 GiB Kapazität wird zwar ein wenig warm und man hört sie deutlich, aber sonst gibt es echt nichts zu meckern (jedenfalls über die HDD). Der integrierte GMA 3150 Grafikchip lässt sich zumindest für eine Runde Q3 in höchster Auflösung und mit vollen Details nutzen, hier sollte man aber nicht unbedingt Höchstleistungen erwarten. Die vollständigen technischen Details finden sich sicherlich für Interessierte auf anderen Seiten.

Weil ich mit der mitgelieferten Windows 7 Starter Edition sowieso nicht glücklich geworden wäre, habe ich sofort nach Erhalt des Netbooks Jolicloud von einem USB-Stick installiert. Da die OEM-Lizenzen von den Redmondern nur noch auf Partitionen ihre Daseinsberechtigung haben und nicht mehr physikalisch mitgeliefert werden, musste vor der Linux-Installation auch die Partitionstabelle neu erstellt werden.

Die Entwickler von Jolicloud haben ihre Distribution auf Netbooks spezialisiert; die Grundlage bildet ein Vanilla-Kernel in der Version 2.6.32.9. Deshalb ist auch die initiale Hardware-Unterstützung echt top! Sogar ein poprietärer Treiber für den Broadcom STA WLAN Chip war dabei und WLAN funktionierte ohne zusätzliches gefrickel – ich war und bin überrascht! Das Cloud-Konzept kann man mögen oder auch nicht. Ansonsten läuft auch ACPI und er Intel GMA-Chip auf Anhieb. Nur das Synaptics Touchpad mit Multitouch macht ein paar bekannte Probleme. Wenn es überhaupt erkannt wird, funktioniert ausschließlich der Linksklick per Touch und das Scrollen. Rechtsklick, Multitouch (z. B. via zwei Finger), physikalische Maustasten, der Ein-/Ausschalt-Sensor – leider Fehlanzeige!

Eine Überraschung bzgl. Hardware-Unterstützung waren auch sämtliche Funktionstasten der HP Mini-Tastatur – die funktionieren nämlich unter Jolicloud ebenso direkt nach der Installation. Auch Suspend-to-Ram läuft ohne Probleme, nur Suspend-to-Disc ist sporadisch etwas zickig. Achja, Jolicloud basiert auf Ubuntu.

Das Netbook von HP gibt es in mehreren Gehäuse-Farben, u.a. rot, grau und schwarz. Letztes habe ich, womit ich eigentlich damit auch sehr zufrieden bin. Leider muss man sagen, dass man an jeder Stelle – zumindest bei meinem HP Mini – überall sofort Fingerabdrücke sieht, ebenso verhält es sich mit Staub und anderem Dreck.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich das HP Mini als Linux-Netbook wirklich super eignet, abgesehen von dem Touchpad und dem initial sehr zickigen VGA-Ausgang, der sich leider erst nach einigem Gefrickel anständig verwenden lässt. Von mir aus eine gefühlte 92%ige Kaufempfehlung für diesen Anwendungszweck.

2 Responses to “HP Mini 210 und Jolicloud”

  1. Phil wrote:

    Noch eine kleine Ergänzung: Wer den Framebuffer Bootscreen auch in 1024x600x24 im 16:9-Format haben möchte, kann dies mit “vga=0×0362″ in der Grub-Konfiguration tun. Wer eine andere Farbtiefe haben möchte, kann den VBE-Code per “hwinfo –framebuffer” oder via “vbetool” herausfinden. Leider haben die Hersteller für diesen VBE3-Code ziemlich freie Hand, aber es funktioniert….

  2. Phil wrote:

    Noch ein kleiner Nachtrag zu dem angeblich ständig laufenden Lüfter des HP Mini 210. Die permanente Aktivierung dessen lässt sich über das BIOS deaktivieren, sodass der Fön dann nur noch bedarfsgerecht seine Dienste verrichtet.

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